![]() Beispiel
einer Schreibwerkstatt für „Spannende
Geschichten“ Schreibwerkstatt nachmittags,
7 Termine à
90 min, 1 Termin 150 min 1.
Sitzung: 1.
Schreibübung: Drehbuch
der Sinne. Beschreibe den Weg in den Klassenraum
ausschließlich sehend, hörend,
riechend, schmeckend. Dabei Begegnung mit anderen einbeziehen (15 min). 2.
Vorlesen (15 min). 3.
Was reizt uns daran, Geschichten
zu erfinden? a)
Gott spielen. Der
Mensch als einziges Wesen auf der Erde, das Leben
„schöpferisch“ verdoppeln
kann. b)
Figuren stellvertretend
für uns Dinge wagen/durchleben lassen. (Modelle zur
Bewältigung unseres
Daseins) c)
Den Fragen, die uns ins
Ungewisse, Dunkle führen, folgen, ohne selbst dabei
unterzugehen. (Aristoteles:
Kunst ist die Kunstform des Lebens.) d)
Das Schreiben als
Therapie. e)
Geschichten
sind keine Objekte. Sonst würden sie uns
nicht berühren! 4.
Frage: Was wäre
für Euch eine spannende Geschichte, die Ihr gerne
erzählen wolltet? 5. Schreibaufgabe: Am Beispiel einer
Geschichtenidee: Charakterisiere die Hauptfigur
möglichst mit Körper, Gefühl, Umfeld
(Geschlecht, Alter, Aussehen, Wünsche,
Hobbys, Ängste, Elternhaus) 6.
Einige Beispiele vorlesen: 15’ 7.
Hausaufgabe: a)
Jeder charakterisiert die Hauptfigur für eine Geschichte, die
er erzählen will. b) Jeder fertigt eine kurze Skizze einer spannenden Geschichte an. Noch nicht ausschreiben, nur Stichworte, damit ihr sie erzählen könnt. 2.
Sitzung: 1.
Ist den Teilnehmern in den
letzten zwei Wochen eine
„Geschichte“ über den Weg gelaufen? Schreibübung: Wählt einen Gegenstand
in eurer Tasche. Schreibe
aus der Sicht des Gegenstandes, was er über seinen Besitzer
denkt. Nicht verraten, wer der
Gegenstand ist!
(10 min). Vorlesen (10 min) –
Gegenstand erraten! Theorieexkurs
Charaktere: 1.
Charaktere müssen
dreidimensional/glaubhaft/lebendig
sein. - 1. Körper, 2. Psyche,
3. Umfeld 2.
Hauptfiguren durch den
Alltag begleiten. Die Figuren begleiten Euch. 3.
Recherche: Durch
Interviews und Beobachtungen mit fremden Welten vertraut machen! Sich
in fremde
Befindlichkeiten einfühlen. 4.
Das Wissen über Eure
Figuren bleibt zum größten Teil Backstory. Ihr
müsst sie kennen, aber nur das
Notwendigste über sie schreiben. 5.
Ihr müsst wissen, was
die größte (heimliche?) Sehnsucht eurer Figur ist. 6.
Ihr müsst wissen, was
die größte (heimliche?) Angst eurer Figur ist. 7.
Jede Figur hat etwas,
was sie für wichtig genug hält, um in der Welt jemand
wichtiges zu sein. 8.
Jede Figur hat eine
Achillesferse, an der sie besonders wehrlos und verwundbar ist. An
dieser
Stelle wird der Gegenspieler eure Figur angreifen! 9.
Gut gewählte Charaktere
sind nicht glatt, sondern voller eigener Widersprüche. 10.
Sie dürfen keinesfalls
zufällig oder beliebig gewählt
sein, sondern ihre Aufgabe ist es, kompromisslos für ihre
Position einzutreten.
(Welche, ergibt sich aus der Prämisse.) 11.
Unentschiedene Hauptfiguren
schwächen den Konflikt
und damit die Geschichte. 12.
Entschlossene und
dreidimensionale Charaktere
schreiben ihre Geschichte selbst.
Übung: Zweiergruppen
bilden: Jeder erzählt dem anderen in 15’ seine
Geschichte, ohne den Titel oder das Genre zu nennen. Auswertung: Der Partner
erzählt die Geschichte des
anderen. Der Erfinder muss schweigen. Am Ende bekommt er selbst das
Wort. 3.
Sitzung
Schreibübung :
Erinnerung a)
Handout
„Schreibübung Erinnerung“ verteilen. b)
Jeder hat schon einen echten
Streit mit einem anderen
Kind erlebt. Oft führt der Streit in eine richtige
„Feindschaft“. Erinnert
Euch an den für Euch unangenehmsten Streit mit einem Feind
oder einer Feindin
und skizziert den Vorfall auf der Vorderseite eines Blattes. (5 min) c)
Dreht das Blatt herum. Versucht,
in der Ich-Form das
Selbstbild Eures Widersachers aus seiner Sicht positiv zu beschreiben:
Worin
bin ich besonders gut? Was fällt mir leicht? Wer mag mich
besonders gern? (2
min) d)
Beschreibe kurz den Streit von
Seite 1 in der
Ich-Form aus der Sicht Eures Widersachers. (10 min) e)
Den Streit vorlesen (10 min). 4.
Theorieexkurs Konflikt: Das Geheimnis des Dramatikers
... 5.
Handout „Konflikt“ verteilen! 6.
Fortsetzung weitere Geschichten: Der Partner erzählt die Geschichte des
anderen. Der Erfinder muss schweigen. Am Ende bekommt er selbst das
Wort.
Was
ist der zentrale Konflikt in Eurer Geschichte? Romeo und Julia: Liebe vs. Familienfede; Hänsel und Gretel: Hunger vs. Fürsorgepflicht der Eltern; Tintenblut: Reale Wirklichkeit vs. gedruckte Geschichte; Harry Potter: Weiße Magie vs. schwarze Magie; 4.
Sitzung 1.
Ist den Teilnehmern in der
letzten Woche eine
„Geschichte“ über den Weg gelaufen? 2.
Fragen zum Seminar? 3.
Wer hat den zentralen Konflikt
in seiner Geschichte
gefunden? 4.
Theorieexkurs: Aristoteles
Dreiakter Heute:
(an die Tafel schreiben) 1. Akt, Exposition
(Enthüllung, bei der so viel enthüllt
wird, wie der Leser wissen muss, um in die Geschichte reinzukommen), 2. Akt, Konfrontation (der zentrale
Konflikt wandert Stufe
für Stufe die Konflikttreppe hoch, bis es nicht mehr
weitergeht und die
Hauptfigur mit einer überraschenden Wendung eine
Lösung findet.) 3. Akt, Auflösung (was die
Hauptfigur aus ihrem Sieg und
ihrer Erfahrung macht) 5.
Schreibübung:
Geschichten bauen a)
Handout
„Schreibübung
Geschichten bauen“ verteilen. Aristoteles
fand schon in der Antike heraus, dass eine Geschichte aus drei Teilen
besteht:
Schreibe
für Deine Geschichte 3 Sätze für den Anfang,
3 Sätze für den Mittelteil, 3
Sätze für die Auflösung:
Wann, wo und wie spielt
Deine Geschichte? Wer ist die Hauptfigur,
wer der Gegenspieler und was sind ihre Ziele? Warum kommen sie in einen
Konflikt und wie wollen sie den Konflikt lösen?
Entwicklung des Konflikts
von schwach zu immer stärker. Der Gegenspieler scheint
gewonnen zu haben. In letzter Not kommt die
Hauptfigur doch noch auf eine Lösung.
Was macht sie mit dem
besiegten Gegenspieler? Wie kehrt sie nach Hause
zurück? Was kann sie ihren Freunden
berichten? b)
15’ schreiben c)
vorlesen und besprechen 5.
Sitzung 1. Ist den
Teilnehmern in der letzten Woche eine
„Geschichte“ über den Weg gelaufen? 2.
Fragen zum Seminar? 3.
Techniks:
Abschlussveranstaltung 4. Was sind die drei Akte einer Geschichte? 5.
Theorieexkurs
Heldenreise: a) Kreis anzeichnen. b) Mythenforscher Joseph Campbell, der sein Leben lang Geschichten aller Kulturen und Epochen untersuchte, stieß dabei auf ein universelles Muster: Eine Art Urgeschichte, die er als eine Reise entlang der menschlichen Psyche beschrieb. c) Diese Reise beginnt mit einem Ruf, der den Helden aus seiner Tagwelt lockt. Einer Welt, in der er sich in einem trügerischen Selbstbild komfortabel eingerichtet hatte. d) Er überschreitet die Grenze zur Nachtwelt, ist zunächst nur irritiert, weil hier nichts so ist, wie er es kennt. Noch treibt ihn Neugier und ein scheinbar verlässliches Selbstbewusstsein, weiterzugehen. Doch die Nacht nimmt ihm die Orientierung. Er zaudert, überlegt umzukehren, verzweifelt und stolpert doch weiter. Unweigerlich landet er an einem Ort, von dem es keine Umkehr mehr gibt. Sein Handlungsspielraum verengt sich dramatisch: Er kann nur noch weiter- oder untergehen. Und der Held wäre nicht unser Held, wenn er nicht weiterginge. Doch er stürzt in das Reich des Todes. e) Sein Kampf scheint umsonst, denn er stirbt. Im Tode aber begegnet er einer Seite, die er noch nicht kannte, weil sie tief in seinem Unterbewusstsein verborgen war: seine Nachtseite. f) Mit ihr kann er als ein neuer auferstehen, neu, weil befreit vom trügerischen, alten Selbstbild, neu, weil er jetzt seine eigentliche Aufgabe auf dieser Welt versteht. Indem er mit dieser Erkenntnis zurückkehrt in die Tagwelt, gibt er uns ein Beispiel. g) Er ist zum Archetyp seiner Erfahrung geworden, einer Erfahrung, die uns Zuhörern und Lesern, die wir Tag für Tag Tode sterben, verspricht, dass es eine Neugeburt gibt. Dieses Versprechen macht Geschichten so unentbehrlich. Es gibt keine Kultur auf der Welt, die ohne Geschichten auskäme. Wir brauchen sie wie das Essen, das Trinken, den Schlaf und die Liebe.
a) Tragt die Punkte, die ihr in
Eurer Geschichte
findet, in die Heldenreise ein b) Schreibt die Geschichte auf,
soweit ihr kommt.
Möglichst auf PC. c) Gebt sie Eurem Partner zu
lesen, besprecht euch,
klärt Fragen. d) Mailt oder schickt mir die überarbeiteten Geschichten. 6.
Sitzung 1.
Ist den Teilnehmern in der
letzten Woche eine
„Geschichte“ über den Weg gelaufen? 2.
Fragen zum Seminar? 3.
Techniks:
Abschlussveranstaltung!
Wollen wir etwas zu trinken oder gar zu essen anbieten? 4. Letztes Treffen vor der Vorführung: Bis dahin muss jeder, der etwas vorlesen will, mir seinen Entwurf geschickt haben (wie Annabel jetzt schon) 5. Wer kennt noch die beiden Welten in der Heldenreise? 6. Wer kann Punkte benennen? (Nicht ablesen!) 7.
Wer hat seine Geschichte
aufgeschrieben? 8.
Einsammeln! 9.
Wer kommt mit seiner Geschichte NICHT
klar? 10.
Die ganze Geschichte in
10’ Erzählen! 6.
Hausaufgaben für das
nächste Treffen: b) Schreibt Eure Geschichte auf.
Möglichst auf PC. c) Gebt sie anderen Teilnehmern
zu lesen, besprecht
euch, klärt Fragen. (Ich erwarte, dass ihr auch Zeit
für die Geschichten der
anderen aufbringt!) d) Mailt oder schickt mir die
überarbeiteten
Geschichten. 7.
Sitzung 1.
Fragen zum Seminar? 2.
Wer kommt mit seiner
Geschichte NICHT klar? 3.
Will jemand nicht
lesen? 4.
Will jemand seine
Geschichte nicht veröffentlichen? 5.
Techniks:
Abschlussveranstaltung
in der Bücherei nebenan! a)
Plakate verteilen! Jeder 4! b)
Ich besorge Sprudel und Apfelsaft, dazu Gläser. d)
Ich fertige einen
Reader an, den ich ca. 30x ausdrucke. e)
Jeder, der im Reader
veröffentlicht sein will, mir seinen Entwurf
geschickt haben (wie
Annabel, Vivian und Julia jetzt schon). Sei es handgeschrieben und per
Post,
sei es per eMail. 6.
Wer hat seine
Geschichte noch nicht vorgelesen oder mir geschickt? Bitte vorlesen! 7.
Geschichten einsammeln! 8.
Hausaufgaben für die Vorführung: a) Überarbeitet Eure Geschichte. Möglichst auf PC. b) Mailt oder schickt
mir die überarbeiteten Geschichten: kirchi1@aol.com
oder Andreas Kirchgäßner, Am Brückle 13,
79291 Merdingen c)
Verbessert die von mir korrigierte Geschichte
und schickt sie mir zum Ausdrucken. d) Wer eine lange Geschichte geschrieben hat, liest nur 3-4 Seiten vom Anfang. Wir verweisen dann auf den Reader. e) Übt Eure Geschichten lesen! Übt, langsam zu lesen. Übt die Betonung. Kein Autor kann seinen Text ohne Übung vortragen, Ihr also auch nicht. f)
Kommt am Freitag, den 18.4.
wenn möglich schon um 17.30 Uhr zum Aufbau und für
letzte Proben! g)
Wer in der Zwischenzeit
noch fragen hat, kann mich auch anrufen: 07668/7940 |